131. Jesu Klagelied

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12. Mai 2013; № 131
Jesus spricht sehr traurig:

O, stilles Wasser!
Du rinnst dahin und keiner fängt dich auf.

O, du Meine Liebe!
Ich zog dahin, schaute in die Ferne,
nahm das Kleid Meiner Liebe und tränkte es mit saurem Regen.

O, du Meine Sonne!
Lass deine Strahlen auf Mein Land fallen,
damit der Boden nicht davonschwimmt,
denn der saure Regen wird durchbrochen von der dunklen Nacht.

O, du Meine Erde!
Geteilt ist Mein Wort.
Nicht, dass Ich es ersehnte. Nein!
Man hat es geteilt.
Wie die Fische, die im Wasser schwammen,
die man mit dem Netz herauszog aus dem Nass.

Nun ist sie gegangen.
Der Wind hat sie fortgeweht an einen anderen Ort.
Die Luft. Der Atem.
Die Grenze hat man überschritten.
Es gibt kein zurück mehr.

Sie ziehen gegen Gott! Meinen Vater!
Sie haben die Luft verpestet.
„So“ ist ihr Atem verseucht.

So ist es geschehen.
Der Wind hat die gute Luft, den Atem, fortgetragen.
Dorthin, wo man den Atem atmen lässt.

O, krieche heraus, du alte Schlange.
Damit Ich deinen Kopf zertrete.

O, Weisheit! Du flohst dahin.
Denn man hat Dich nicht eingefangen.
Man lies sie ziehen – davon ziehen.
Man atmete nicht die Luft, die der Wind brachte.

Nun ist das Tal im Tränenbad.
Man kann keinen Ort mehr finden, wo das Wasser nicht hoch steigt.

Ihre Knie sind verdeckt.
(Menschen stehen bis zu den Knien im Wasser.)

Ihre Häupter verhüllt.
(Menschen bedecken ihre Häupter vor der brennenden Sonne.)

Ihre Herzen gefangen.
(Die Herzen vieler Menschen sind hinter Gittern.)

(Jesus schaut wehmütig in die Ferne.)

O, Meine Trompete, erklinge doch wieder.
Warum bist du verstummt?

Das Lied!
Es erwärmte Mein Herz, das in Traurigkeit gehüllt ist!
Nicht, dass in Meinem Herzen kein Feuer wäre!
Nein! Es ist im Wasser der Traurigkeit!
Und sehnt sich nach einem Funken Feuer!
Nach einem Wort der Liebe!
Nach einem Lied!
Nach Meinem Lied, das Ich selbst in die Welt brachte!
Man hat aufgehört zu singen.
Man spielt das Lied auf der Trompete nicht mehr.

So ist der Wind fortgegangen
und hat den Atem mitgenommen,
zum grünen Haus getragen,
damit die Quelle, das Bächlein,
vom Grün der Hoffnung umgarnt wird.

Einst gingen Meine Füße über Dornen.
Nun gehen Meine Füße über Leichen,
denn ihre Herzen sind tot.
Sie sind gestorben,
weil sie ihre Seele nicht mit Meinem Atem füllten.

O, du Meine Erde!
Ich weine und trage Trauer in Meinem Herzen!

Wer steht hoch oben am Berg und hält Ausschau nach Mir?
Nach Mir, JESUS?

Ich stehe mit Meinen Füßen auf der Erde und man küsst sie nicht.

O, wage nicht, du treuloses Herz,
deine Seele in Meinem Blute zu baden, um Mich in Traurigkeit zu hüllen.
Denn wenn „du“ es mit gleichgültigem Herzen tust,
werde Ich dein Herz nehmen und es dem Richterstuhl vorstellen.
Wenn deine Reue nicht brennt,
kann Mein Blut deine Sünden nicht verbrennen!

Einst waren die Enden der Erde frei.
Nun sind sie gefangen
und versenkt im Untergang der Nacht.

Wann wirst Du weinen? Morgen wird es zu spät sein.
Denn der Stuhl der Gerechtigkeit steht schon bereit.
Gebadet werden die Seelen, unter Schmerzen gereinigt,
damit das morsche Holz abfällt vom Baum.

Einst zogen sie dahin – sorglos, die Menschen.
Wie die Vögel im Wind.
Wie die Blumen auf dem Felde erstrahlten sie.
Sie beugten sich zur Seite und das Wasser neigte sich ihnen zu,
denn sie ließen gewähren.
Sie warteten und erfreuten sich.

O, Meine Heimat!
Du bist fortgegangen.
Die Vögel brachen auf – heute.
Sie wollten erst morgen wegziehen,
doch sie erkannten die Not
und zogen fort, brachen auf und mit ihnen der Wind, der Atem.
So waren sie mit Klugheit unterwegs
und auf ihren Flügeln ruhte die Weisheit.
Sie zogen gemeinsam dem Himmel entgegen.

Die Schwalbe verlor ihr Nest.
Sie suchte einen anderen Ort, um ein neues Nest zu bauen.
Sie baute nicht das Alte auf. Das alte Nest.
Sie suchte nicht am Boden.
Nein. Sie flog weit, weit weg, zu weit.
Sie kann nicht mehr zurück.
Sie findet nicht mehr die alte Heimat,
wo am Baum der große Sturm das Nest herunterwehte,
weil seine Äste sich in alle Richtungen bogen.

Oh, wo findet man noch warme Nester?
Aufgebaut – mit beständigen, festen Hölzern?
Wo findet man, was man verloren hat?

An alten Ufern siecht das Wasser dahin.
Selbst die Vögel wollen dort nicht trinken.

Am Tag des großen Kampfes wird nur der,
welcher die Rüstung trägt, nicht verwundet werden.

Das Kleid ist zerrissen.
Die Rüstung findet keinen Halt.
So ging es verloren, das Gut, das Ich schenkte.

Es schwamm fort (was Gott schenkte),
denn niemand trug es nach Hause und baute sein Nest.
Dort, dort, wo Schutz war im größten Sturm.
So ging das Nest verloren.

Und Meine Füße, Meine blutenden Füße:
sie gehen über Leichen – über den Tod,
denn es gibt kein Leben mehr.

(Jesus schaut jetzt voller Freude.)
Dort! Dort! Hinter den Wolken. Hört man lieblichen Gesang.
Ich ziehe dorthin.
Man spielt mit Geigen und Trompeten.
Im Morgenrot – bis zum Abendrot.

Wo das Abendrot sich im liebenden Meer versenkt,
dorthin gehe Ich!
Denn dort bluten Meine Füße nicht mehr.

„Die wahren Treuen verbinden Meine Füße durch ihre Treue und Liebe!“

Wohin sollte Ich gehen?
Wenn sie Mir nicht singen?

So kleide Ich sie mit dem Duft Meiner Liebe!
Zum Dank!
Und zur Freude Meines geliebten Vaters!

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