Morgenröte - Botschaften

157. Das Bächlein

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14.10.2013; № 157
(Jesus ist sehr traurig. Seine Augen sind voller Tränen.)
Jesus spricht:
Mein geliebtes Kind,
die Bächlein, sie rinnen dahin: leise, still und klar.

Selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen! [vgl. Lk 11,28]

Vom Osten dröhnt Geschrei. Man hält Ausschau.
Nur das Beben der Erde ist zu fühlen.
Zu weit weg ist das Ereignis.
Es rollt wie ein großer Ball in das Bächlein, das leise, still und traurig,
im Sturme der Nacht, den Boden nährt.

Vom Süden dringt ein Lied in den Norden.
Es weht leise, mit dem Hoffnungsschimmer der Liebe in den kalten Norden.

Im Westen tanzt man nicht mehr. Man hat die Schuhe ausgezogen,
denn die Traurigkeit umhüllt ihre Herzen.

Im Nordosten drohen Gewitter die gewaltigen Felsen zu sprengen.
Man zieht Mauern, doch sie halten nicht Stand.

Am Nordpol blüht das Veilchen.
Im sengenden Land legt sich Frost nieder.
Auf der Weide stehen keine Kühe mehr,
denn Soldaten stehen wie hohe Masten auf ihren Pfosten.

Wo man erntete, überflutete der Regen das Land.
Wo man säte, ging nichts auf.
Wo man düngte, verschloss man das Wasser.
Wo man liebte, zerbrach man die Wahrheit.
Wo man wegnahm, erstickte man.
Wo man dazu legte, ertränkte man.

In alle Richtungen sieht man sie rennen
ohne Tuch und Schürze. Barfuß.
Man schneidet ihnen den Weg ab. Und sie finden keinen Halt mehr.

Die Bächlein, sie rinnen! Leise, still und traurig!
Niemand beachtete sie!
So wuchs das Gras und bedeckte die Bächlein.

Man hat das Unkraut nicht herausgerissen,
damit man vom Bächlein schöpfen konnte.
Nein! Man beachtete es nicht!

Im Norden. Im Osten. Im Süden. Im Westen.
Sie flossen überall, aus Meinem lieben, barmherzigen Herzen!

Die Zeit. Sie rinnt dahin,
wie der Sand in den Händen durch die Finger gleitet.
Man kann den Sand nicht festhalten.
Man kann das Bächlein nicht auf den Händen tragen,
denn das Unkraut hat es bedeckt.
Man kann es noch hören – das Wasser!
Man kann es nicht mehr sehen!

Es gibt nur wenige, die das wahre Bächlein mit ihrem Herzen umschließen.
Es ist, als ob sie den Sand mit ihren warmen Fingern halten.
Es ist, als ob sie das Wasser mit ihrem warmen Herzen vermehren.

Die Zeit: sie rinnt dahin!
Wo ist sie gewesen? – Werden sie rufen.
Wo ist die Zeit gewesen? Wo ist meine Zeit gewesen?

Die Zeit der Wärme? Die ich gegeben? Dem Bächlein?
Dem Wasser, das für mich geflossen?
Wo ist sie gewesen, die Zeit?
Wo ich den Sand festhalten konnte?

Vom Osten dringt Geschrei.
Die Hirsche tragen kein Geweih mehr. Sie verstecken sich.
Doch man wird sie finden, denn sie liegen auf trockenem Gras.

Die Blumen verwelken.
Im Norden kann man keine Sträuße binden, denn ihre Stiele sind zu schwach.

Die Sonne taucht unter. Im Schmerz windet sich der Norden,
denn der Osten liegt im Streit mit dem Westen.

Und im Südosten findet man keinen Weg mehr um zu gehen,
denn überall türmen sich Gefangene.

Im Abendrot liegt der Schmerz.
Im Sternenhimmel sieht man die Tränen derer, die voraus gingen.
In der Sichel des Mondes liegt die Hoffnung,
denn es ist MEIN HERZ, das im MORGENROT erwacht!

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