Morgenröte - Botschaften

158. Nur die Vögel

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20.Oktober 2013; № 158
(Die Mutter Gottes trägt ein rotes Gewand. Ihr roter Mantel verhüllt ihre Haare.)
Die Mutter Gottes spricht:
Die Nacht zerbricht den Tag und der Tag windet sich im Schmerz.
Morgen verkünden die Trompeten das Leid
und kein lieblicher Gesang kann den Klang der Trompeten bedecken.

(Die Mutter Gottes weint. Sie schwebt auf einer schneeweißen Wolke.
Ihre Tränen fallen auf ihr Gewand und auf den Mantel und dann auf die Wolke.)

Wenn der Hahn kräht, rennen sie umher mit erschüttertem Herzen.
Sie folgen dem Lied, das kein Lied ist.
Sie irren orientierungslos in alle Richtungen
und hören nicht, dass das Lied kein Lied ist.

Das Lied der Wahrheit klingt wie eine Harfe.
Leicht – berührt tief das Herz –
und doch ist das Lied gefestigt, weil die Wahrheit es trägt.

Die Nacht zerbricht den Tag. Der Tag ist geschmolzen.
Seine volle Blüte ist nicht mehr zu sehen.

Es gleicht dem Sturme auf dem Meere.
Die Wellen ragen zum Himmel und erreichen die Wolken.
Wolken und Wellen – im blau der Nacht.
Die Nacht trägt keine Ruhe mehr in sich. Sie ging verloren.
Die Nacht, die grau und schwarz,
wird mit den blauen Wolken und Wellen getränkt.

Keine Ruhe ist mehr zu finden.
Keine Schuhe, die trocken.
Kein Hemd, das weiß.
Kein Essen, das nährt.

Die Wolken singen keine Lieder mehr,
denn sie sind mit Wasser gefüllt.
Das Meer hat die Wolken verschlungen.

(Die Mutter Gottes schaut zur linken Seite. Jetzt weint sie nicht mehr. Sie lächelt.)

Aber dort – dort hört man – Leben!
Ein Schwarm von Vögeln – sie ziehen hierher!
Sie bauen ein Nest mit ihrem Gefieder.
Sie kommen herbei in Scharen – die Menschen –
und pflanzen Bäume,
damit die Vögel sich vermehren und ihre Jungen Wohnung finden.

Das ist die Hoffnung! Bäume zu pflanzen!
Damit die Vögel ihr Nest bauen – hier – an diesem Platze.

Und die Wolken bringen Regen.
Und das Meer wiegt sich ruhig im Lichte des Mondscheins.

Sie pflanzten ein Bäumchen. Und die Vögel ließen sich nieder.
Ruhe! Stille!
Nur die Vögel – sie hörte man von weitem,
denn sie haben ihr Nest bebaut im Sturme der Nacht.
Sie haben ihre Heimat gefunden.
Ein trockenes Nest. Heimat und Nahrung.
Die Wolken strahlten und ließen das Wasser des Meeres aufleuchten.
Die Nacht wurde in Ruhe gehüllt.
Der Tag wurde in Dank gehüllt.

Der Tag kehrte zurück.
Der Tag kehrte von der Nacht zurück.
So war die Nacht keine Nacht mehr.
Es war, als ob Tag und Nacht miteinander verschmolzen,
denn die Vögel ließen sich nieder
und ihr Gesang erhellte den Tag und die Nacht.

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